.... und gar keine Alternativen?

 Denkanstöße von Andreas Zumach

Zweiter Weltkrieg, Holocaust und Faschismus - nach dem Zivilisationsbruch der Jahre 1933-1945 wurde
n durch UNO-Charta und Menschenrechtserklärung Angriffskriege geächtet und die Menschenrechte für universal gültig erklärt. Und jetzt, 80 Jahre später? Die Normen des Völkerrechts werden immer gröber verletzt und dreister in Frage gestellt - zuletzt durch den Staatsterrorismus der USA gegenüber Venezuela.

Die westdeutsche
Ost- und Entspannungspolitik seit Ende der 1960er Jahre ermöglichte die Aussöhnung mit den Völkern in Osteuropa und der Sowjetunion. Sie beschleunigte das Ende des Kalten Krieges zwischen Ost und West und führte zu tatsächlicher Abrüstung. War das auf einmal alles falsch und naiv? Ist die Entspannungspolitik tatsächlich gescheitert?

Und ist die (Wieder)Herstellung deutscher „Kriegstüchtigkeit“ und die größte und gefährlichste Aufrüstung sowie die stärkste innergesellschaftliche Militarisierung seit 1945die einzig mögliche Antwort auf die russische Aggression in der Ukraine und die angeblich neue Unordnung in der Welt? Wir meinen NEIN!
Die gigantische
n Schuldenbergen und katastrophalen Kürzungen bei wirklich wichtigen Staatsausgaben bedrohen den sozialen Frieden und die Demokratie.

Die Friedensbewegung brachte am 3. Oktober 2025 bei der Demonstration in Berlin keine 30.000 Menschen auf die Straße. Was sind die Ursachen für diese schwache Resonanz? Wie kann es der Friedensbewegung gelingen, so wie in den 1980er Jahren, erneut die Mitte der Gesellschaft zu erreichen, neue, jüngere Generationen zu mobilisieren und Risse in die bislang völlig geschlossene Front der Militärs und ihrer (Un-)Sicherheits-PolitikerInnen herbeizuführen?

Dienstag, 17. Februar um 19:00 Uhr,
Ex-Sultan-Markt, Neustadt, Flensburg

Andreas Zumach lebt in Berlin, ist Journalist und Buchautor, war von 1988-2020 Korrespondent am UNO-Sitz in Genf und ist Experte für Themen der Sicherheitspolitik, Rüstungskontrolle, Völkerrecht und Menschenrechte - und er ist Co-Autor der Studie "Sicherheit neu denken, Positiv-Szenario 2025 - 2040".
www.sicherheitneudenken.de
 


 Aufruf der Initiative ‚Nie wieder Krieg‘ für die Demonstration am 3. Okt.:

 
Nein zu Kriegspolitik und Militarisierung
– Ja zu Frieden und Abrüstung

 
Die Situation in Europa entwickelt sich gefährlich in Richtung eines großen Krieges. Statt sich für Frieden einzusetzen, will die Bundesregierung Deutschland ‚kriegstüchtig‘ machen. Mit massiver Hochrüstung soll das Land europäische Führungsmacht werden. Das Geld dafür fehlt bei Krankenhäusern und Pflege, Rente und Sozialleistungen, Bildung und Kitas, Bahn und Nahverkehr. Globale Herausforderungen, die dringend angegangen werden müssen, um den künftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu erhalten, bleiben ungelöst.

Angekündigt ist die Einführung einer sogenannten neuen Wehrpflicht in Deutschland, um junge Menschen zu Zwangsdiensten zu verpflichten und sie zum Sterben in alle Welt zu schicken, wenn sich zu wenig Freiwillige melden.

Es heißt, wir müssen kriegsfähig und zu siegen bereit sein, weil behauptet wird, Russland wolle uns angreifen. Mit dieser Bedrohungslüge wollen die Kriegstreiber in Politik und Medien die Menschen dazu bringen, ungehemmter Hochrüstung und Kriegsvorbereitung zuzustimmen. Tatsächlich ist die NATO, das größte aggressivste Militärbündnis der Welt zum Erhalt der ‚westlichen‘ Hegemonie, Russland militärisch schon jetzt haushoch überlegen.

Neue US-Mittelstreckenwaffen, die in Deutschland als Erstschlags- und Enthauptungsschlagwaffen ab 2026 gegen Russland stationiert werden sollen, erhöhen zudem die Spannungen in Europa drastisch und machen Deutschland zur strategischen Zielscheibe.

Die Bundesregierung hält an ihrer Politik der Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete fest. Sie eskaliert durch Waffenlieferungen an die Ukraine den Krieg, statt zu helfen, ihn zu beenden. Durch Waffenlieferungen an Israel unterstützt sie den Völkermord an den Menschen in Gaza und Palästina sowie die völkerrechtswidrigen Angriffskriege Israels gegen mehrere Länder und seine Besatzungspolitik.

Wir sagen NEIN zu allen Kriegen und lehnen Kriegspolitik und Militarisierung unserer Gesellschaft ab. Nicht die Kriegstüchtigkeit Deutschlands ist unser Ziel, sondern Dialog und Abrüstung.

Wir fordern von der Bundesregierung:

  • Stopp des Hochrüstungskurses! Stattdessen Abrüstung für Soziales, Bildung, Gesundheit, Kultur und den Schutz der Umwelt!
  • Keine Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen!
  • Nein zur Wehrpflicht!
  • Keine Waffenlieferungen und Rüstungsexporte an die Ukraine, Israel und in alle Welt!
  • Stopp der Militarisierung der Gesellschaft! Keine Unterordnung von Gesundheitswesen, Bildung und Wissenschaft unter Kriegstüchtigkeit!
  • Keine „Staatsräson“, die die völkerrechtswidrige Kriegs-, Entrechtungs-, Enteignungs-, Besatzungs- und Vernichtungspolitik Israels rechtfertigt!
  • Nein zu Wirtschaftssanktionen, die nicht von den UN beschlossen wurden, sie sind völkerrechtswidrig!
  • Asyl für Menschen, die sich dem Krieg verweigern und von Krieg bedroht sind!
  • Den Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag!

Wir fordern statt Eskalation Diplomatie und Entspannungspolitik und fordern die Bundesregierung auf, sich für ein schnelles Ende der Kriege in Europa, im Nahen und Mittleren Osten einzusetzen.

Wir wollen ein selbstbestimmtes Leben ohne Hunger und Krieg für alle Menschen!

Dafür gehen wir am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart auf die Straße!

Unterstützt diesen Aufruf, unterstützt diese Demonstration auch mit eigenen Aufrufen und Appellen.
Werbt und mobilisiert für diese große Aktion!

 

Bei über 40 Anwesenden hat August Pradetto eine souveräne Einschätzung der gegenwärtigen "Bedrohungslage" vorgetragen und diskutiert - quer zum Mainstram-Trommelfeuer in Richtung "Kriegstüchtigkeit" und "Hyper-Aufrüstung"!

Für alle, die nicht dabei sein konnten, gibt dieser Zeitungsbeitrag von Pradetto in der "Berliner Zeitung" vom 20.06.25 seine Position pointiert wieder:  

"Gefährlicher Kurs" - Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel taumelt Europa sicherheitspolitisch in die falsche Richtung: Statt klare Prioritäten zu setzen, dominiert blinder Aufrüstungsaktionismus – mit potenziell fatalen Folgen. Ein Gastbeitrag von August Pradetto

(Leider hinter der Bezahlschranke - auf Anforderung senden wir eine PDF:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Wie überlebt Europa? - Trump, Geopolitik, Aufrüstung

Vortrag Prof. Dr. August Pradetto m. anschließender Diskussion

Mittwoch, 09. Juli 2025 um 19:30 Uhr

im Evangelischen Gemeindehaus St. Johannis, Johanniskirchhof 21

Aufrüstung gilt als das Gebot der Stunde. Um sie zu rechtfertigen, bedient sich die neue Bundesregierung einer immer schärferen Rhetorik. „Was nützt die schönste Schuldenbremse, wenn der Russe vor der Tür steht?", warnt Jens Spahn, der neue Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU. Ebenso Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Regierungserklärung: "Wer ernsthaft glaubt, Russland gebe sich mit der Ukraine oder Teilen der Ukraine zufrieden, der irrt." Die Ankündigung eines Multi-Milliarden-Pakets für Rüstung unterstreicht der Kanzler mit der Parole: "Whatever it takes – was auch immer es kostet“.

Was auch immer es kostet? August Pradetto warnt entschieden.

Das Dümmste, was wir machen können, ist uns selbst totzurüsten“.

Der Politikwissenschaftler lehrte von 1992 bis 2014 an der Bundeswehrhochschule in Hamburg. Er zeichnet ein pointiertes Bild der aktuellen politischen und militärischen Lage und kommt zu deutlich anderen Ergebnissen als die in Politik und Medien vorherrschende Überzeugung. Er fordert eine langfristig angelegte und rationale Politik statt hektischem Alarmismus.

Attac Flensburg


Ein Hinweis zum Vormerken - eine willkommene Ergänzung:
Am 18. Juli 2025 stellt Petra Erler ihr Buch "Der lange Weg zum Krieg" (Untertitel: Russland, die Ukraine und der Westen - Eskalation statt Entspannung; München 2024) im Gemeindehaus St. Jürgen, Jürgensgaarder Straße 1, vor. (Veranstalter ist die "Friedenswache Flensburg")

 

 

Call to Action

Let’s organize a European movement against ReArm Europe! Join us!

“We oppose the EU’s plans to spend an extra €800 billion on arms. This will be €800 billion stolen. Stolen from social services, health, education, labour, peace building, international cooperation, from a just transition and climate justice. It will only benefit arms manufacturers in Europe, in the USA and elsewhere.

It will make war more likely, and the future less safe for everyone! It will generate more debt, more austerity, more borders. It will deepen racism. It will fuel climate change.  We do not need more weapons; we do not need to prepare for more wars. What we need is a totally different plan: real, social, ecological and common security for Europe and for the world.”

Stand up against war. Stop ReArm Europe.

Aufruf zum Handeln

Lasst uns eine europäische Bewegung gegen ReArm Europe organisieren! Schließt euch uns an!

„Wir lehnen die Pläne der EU ab, zusätzlich 800 Milliarden Euro für Rüstung auszugeben. Das wären 800 Milliarden Euro, die gestohlen werden. Gestohlen von sozialen Diensten, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Friedensförderung, internationaler Zusammenarbeit, von einer gerechten Transformation und Klimagerechtigkeit. Davon profitieren nur die Rüstungshersteller in Europa, den USA und anderswo.

Es wird Kriege wahrscheinlicher machen und die Zukunft für alle unsicherer! Es wird mehr Schulden, mehr Sparmaßnahmen, mehr Grenzen schaffen. Es wird den Rassismus vertiefen. Es wird den Klimawandel anheizen. Wir brauchen keine weiteren Waffen; wir müssen uns nicht auf weitere Kriege vorbereiten. Was wir brauchen, ist ein völlig anderer Plan: echte soziale, ökologische und gemeinsame Sicherheit für Europa und die Welt.“

Erhebt euch gegen den Krieg.

Stoppt ReArm Europe.

_____________________________________________________

Pressemitteilung
Attac Deutschland
Frankfurt am Main, 13. März 2025

NGOs: Antwort der Regierung legt populistischen Charakter der Anfrage der Union offen

Attac fordert CDU/CSU auf, Diffamierung der demokratischen Zivilgesellschaft zu beenden

Die am gestrigen Mittwoch bekannt gewordene Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Union zu Nichtregierungsorganisationen (NGOs) legt nach Ansicht von Attac deren populistischen Charakter offen.

„Die Antworten der Bundesregierung machen erneut deutlich, wie perfide die Anfrage der Union ist. Es ging ihr erkennbar nie um Antworten, sondern allein darum, bürgerschaftliches Engagement gegen rechts zu diffamieren. Das ist brandgefährlich für die Demokratie“, sagt Attac-Sprecher Roland Süß.  „Wir fordern CDU und CSU dringend auf, diese Angriffe auf die demokratische Zivilgesellschaft, wie wir sie bisher nur von der AfD kennen, endlich einzustellen – auch in den Bundesländern.“

Wie von Beginn an klar war und die Bundesregierung in ihrer Antwort jetzt bestätigt, ist sie für einen Großteil der 551 Fragen überhaupt nicht zuständig. Auf andere Fragen kennt die Union die Antworten selbst bereits, etwa wenn sie nach staatlicher Förderung für Organisationen fragt, die gar nicht gemeinnützig sind oder denen – wie Attac – die Gemeinnützigkeit auf Betreiben der CDU entzogen wurde.

Das rechtsextreme Narrativ eines „Deep State“ beziehungsweise „Schattenstaates“ in der Unionsanfrage, das Attac von Beginn an kritisiert hat, weist die Regierung deutlich zurück.  Sie stellt klar, dass es die Verantwortung des Staates ist, „im Rahmen einer wehrhaften Demokratie für den Erhalt der freiheitlichen demokratischen Grundordnung einzutreten“. Bundesregierungen jeglicher Couleur hätten daher in den vergangenen Jahrzehnten zivilgesellschaftliches Engagement unterstützt, „um ein vielfältiges und demokratisches Miteinander und die Arbeit gegen Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft zu stärken“.

Zudem stellt die Bundesregierung klar, dass gemeinnützige Organisationen laut Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs durchaus politisch aktiv sein dürfen.

Obwohl nun auch die Bundesregierung deutlich gemacht hat, dass das Werkzeug der Kleinen Anfrage in diesem Fall völlig unpassend war, legt die Union in einzelnen Bundesländern nach. In Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland haben die CDU-Fraktionen ähnliche Anfragen wie die der Bundes-CDU gestartet. Auf kommunaler Ebene hat die CDU im Osten bereits erste bewilligte Fördergelder für Demokratieprojekte gestrichen, teils in Zusammenarbeit mit der AfD.


Weiterführende Informationen: